Ziehen sich deine Projekte manchmal wie Kaugummi in die Länge?

Es gibt Tage, an denen klappt einfach alles. In Rekordgeschwindigkeit erledigst du die Aufgaben, die auf deiner Liste stehen. Und dann wiederum, wenn du Zeit hast, beispielsweise schon einmal Blogartikel vorzubereiten, zieht sich das Schreiben der Artikel wie Kaugummi in die Länge. Du brauchst möglicherweise doppelt so lange für nur einen Artikel wie gewöhnlich. Warum das so ist, beschreibt das Parkinsonsche Gesetz. Das nach seinem Entdecker Cyril Northcote Parkinson benannte Gesetz besagt, dass sich eine Aufgabe oder ein Projekt genau in dem Maße ausdehnt, wie Zeit für die Erledigung vorhanden ist.

 

Vielleicht brauchst du normalerweise inkl. Recherche für einen Blogartikel rund 1,5 Stunden. Hast du an einem Tag drei Stunden zur Verfügung und könnest eigentlich zwei Artikel schreiben, aber kein Zeitdruck besteht, denn du willst ja auf Vorrat produzieren, dann wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach, das Schreiben nur eines Blogartikels der 3-Stunden-Marke nähern. Umgekehrt, wenn dir nur 1,25 Stunden für deinen Artikel zur Verfügung stehen, so schaffst du die Aufgabe voraussichtlich auch in dieser Zeit.

 

Bestimmt hast du das Parkinsonsche Gesetz auch schon in anderen Kontexten in Aktion erlebt. Beispielsweise bei Meetings. Ist ein Arbeitstreffen auf eine Stunde angesetzt, dann wird exakt diese Zeit benötigt, um zu einem Ergebnis zu kommen. Manchmal wird das Ergebnis schon zu Anfang erzielt und der Rest der Zeit mit „BlaBla“ gefüllt - oder umgekehrt.

 

Schon 1955 formulierte der englische Historiker und Autor Cyril Northcote Parkinson in einem Essey der britischen Tageszeitung „The Economist“ sein Gesetz. Auf die Idee kam er durch Beobachtung der britischen Marine. In nur 14 Jahren war die Anzahl der Offiziere und Matrosen um ein Drittel gesunken. In der gleichen Zeitspanne stieg die Zahl der Beamten der Admiralität um satte 78 Prozent. Aus dieser und weiteren Betrachtungen leitete er ab, dass ganz gleich wie viele Menschen an einer bestimmten Aufgabe arbeiten, die Arbeit durch Implementierung von neuen Strukturen anschwillt. Daraus folgerte er: Arbeit lässt sich wie Gummi dehnen, um die Zeit auszufüllen, die für die Erledigung zur Verfügung steht (und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist). Ein Schelm der Böses dabei denkt, schaut man heutige Behördenstrukturen an. Parkinson verstarb 1993 im Alter von 83 Jahren.

 

Und so kannst du dieser Zeitfalle entgehen:

  • Setze dir ambitionierte Deadlines bei Aufgaben, Projekten und Meetings. Du wirst unglaublich viel Zeit sparen und trotzdem gute Ergebnisse erzielen.
  • Konzentriere dich auf die wirklich wichtigen Dinge. Die Aufgaben, die dein Business weiter nach vorne bringen und stelle sie in den Fokus. Unliebsame Aufgaben kannst du mit einem knappen Zeitbudget beispielsweise vor den Feierabend legen. Das spornt noch einmal zusätzlich an.
  • Mach eine Challenge mit dir selbst: Versuche Aufgaben, bei denen du weißt, wie viel Zeit sie durchschnittlich benötigen einfach fünf oder sogar 10 Minuten schneller als üblich zu erledigen. Die so gewonnene Zeit ist dann dein Geschenk, die du beispielsweise für eine kurze Meditation nutzen kannst oder was immer dir Spaß macht. 

 

Rock deinen Tag!

 

Deine Andrea

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Werner (Donnerstag, 19 September 2019 17:40)

    Liebe Andrea,
    ich glaube daran, dass man im Alltag sehr von den wesentlichen Dingen des Lebens abgelenkt wird oder sich durch neuzeitliche Kommunikationsmöglichkeiten (Telefon, Baustellengeräusche, WhatsApp, Social Media etc.) ablenken lässt. Gestört fühlt. Mir geht es zur Zeit so. Ich habe manchmal das Gefühl, als wenn die Gedanken machen was sie wollen. Je mehr ich mich auf das Zeitmanagement einlasse, um konzentrierter und gezielter zu schreiben, umso weniger bringe ich zustande.
    Deshalb bin ich deiner Meinung. Wenn wir nicht genau wissen was wir wollen dann führt es zu einem Mangel an Konzentration.
    Beste Grüße Werner